Enthüllung des Projektschilds am 11. Juni 2026

Punkt 15 Uhr hörte der Regen auf, die Sonne kam heraus. Und wir aus dem Vestibül der »Altenburg«, wo wir Schutz gesucht hatten. Die ›Einweihungsorgie‹ zur Begrüßung unseres Projektschildes konnte beginnen. Der Hausherr Udo Carstens, Geschäftsführer des Eigentümers Weimarer Wohnstätte GmbH, machte den Anfang, der Weimarer Kulturbürgermeister Ralf Kirsten setzte ähnlich pointiert fort. Mit unserer ehemaligen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht begrüßte danach eine überaus prominente Politikerin des Freistaates Thüringen mit dem Projektschild die Idee und den Geist der damit geplanten Ehrung der Dioskuren der Musik in Weimar um 1850 und das mit ihrem Werk verbundene Neue Weimar, hier nun unter der Überschrift »Liszts Traum. Mai 1849«. Sie wird die Realisation des Projektes als Vorsitzende des Ehrenkomitees begleiten. Ihr folgte die Direktorin des Burgenländischen Landesmuseums in Eisenstadt, Magistra Margit Fröhlich. Sie beglückte uns mit dem erklärten Willen ihres Landes, bei diesem Projekt als gewichtiger Partner mitzutun und eine wahrhaft Lisztsche europäische Zusammenarbeit zu realisieren.

Dann kam die ›richtige‹ Musik, Wagners Pilgerchor aus »Tannhäuser«, gespielt vom Hornquartett der Musikhochschule. Danach das Verlesen der überaus erfreulichen und wiederum sehr prägnanten Grußadresse der gerade in Frankreich weilenden Schirmherrin des Projektes Prof. Dr. Dr. h.c. Nike Wagner (hier im Anschluss wiedergegeben). Den Reigen beschloss die wie immer launige Ansprache von Hellmut Seemann, Altpräsident der Klassik Stiftung Weimar und Ehrenmitglied der die Veranstaltung ausrichtenden Deutschen Liszt-Gesellschaft. Auf die Musik bezogen fragte er, wie sich Wagner wohl im Mai 1849 in Weimar beim Anhören dieses Pilgerchores gefühlt haben mag. Er zitierte den Text des Pilgerchores und allen war klar, war er meinte. Das Vorhaben hatte zum Abschluss der ›Begrüßungsorgie‹ einen weiteren historisch adäquaten eindrücklichen emotionalen Punkt erreicht. 

Das Schild wurde enthüllt, alle freuten sich und das Hornquartett trug mit drei weiteren Piècen (Bruckner) zur gehobenen Stimmung bei. Ein Schluck Sekt tat ein Übriges. Bleibt zu hoffen, dass die Einweihung des Erinnerungsmomentums am 16. Mai 2029 ähnlich gut gelingt wie die des Schildes, das nun darauf hinweist…

Wolfram Huschke

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Grußwort von Nike Wagner

Verehrte Abgesandte des Freistaats Thüringen, des Burgenlandes und der Stadt Weimar, verehrte Initiatoren und Freunde des neuen Erinnerungs-Projektes vor der Altenburg – ich begrüße Sie sehr herzlich, freue mich, daß Sie beisammen sind und bedauere meine Nicht-Präsenz.

Bisher war ich in Weimar schon verschiedentlich als »Schirm-Herrin« tätig, nun bin ich stolze »Schild-Herrin« – und darf erneut betonen, wie sehr mich schon der Versuch begeistert und berührt, jenes kunstwelthistorischen Moments im Mai 1849 zu gedenken, als der verfolgte Dresdner Revolutionär Wagner nach Weimar kam – dort heimlich eine Probe seines »Tannhäusers« besuchte – und sich dann seinem Retter Franz Liszt überantwortete. Liszt – Retter Wagners auch im buchstäblichen Sinn, nicht nur im Einsatz für Wagnersche Werke.  Falscher Pass, Geld, Empfehlungsschreiben – Liszt besorgte alles und Wagner konnte in die Schweiz fliehen, statt im Zuchthaus zu enden.

Es gibt kein Doppeldenkmal Liszt/Wagner. Liszts Traum eines romantischen Remake des klassischen Künstlerduos Goethe/Schiller ist gescheitert und auch ein Festspielhaus für den »Ring des Nibelungen« in Weimar konnte Liszt beim Großherzog nicht durchbringen. 

Diesem Traum aber verhilft unser Projekt zu einem Moment von Wirklichkeit. »Was wäre gewesen, wenn...«  Der Vorübergehende bleibt stehen, fragt sich, staunt. Das Phantastische und Kostbare dieser Künstlerfreundschaft offenbart sich ihm. Ich bin sicher, schon ein Bauschild – eine Art Absichtserklärung – wird hier gute Dienste tun. Erinnerung muss nicht immer als »Arbeit« daherkommen – sie mag auch blitzartig aufleuchten. Ein Momentum, kein Monumentum

Viele herzliche Grüße Ihrer
Nike Wagner

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Alle Fotos auf dieser Seite: © Maik Schuck, Weimar.

Weitere Fotos und Informationen: Liszts Traum. Mai 1849 – Zur Übersichtsseite

 


 Stand: 14. Juni 2026

 

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